Die Osterglocken vom "Dom an der Ager"

Glockenfan Mathias Zecher ist unterwegs durchs ganze Land auf der Suche nach dem schönsten Glockengesang. Diese Woche präsentiert er das Geläut der Stadtpfarrkirche Schwanenstadt.

Glocken:
Die ursprünglichen, im Ersten Weltkrieg eingezogenen, Glocken wurden 1920 durch Stahlglocken ersetzt. Diese konnten im Zweiten Weltkrieg im Turm verbleiben. 1977 konnte durch Spenden ein neues Geläut mit fünf Bronzeglocken mit dem Gesamtgewicht von 4800 kg angeschafft werden, die von der Glockengießerei Perner in Passau gegossen wurden.

Das Bauwerk:
Die Stadtpfarrkirche Schwanenstadt wurde 1900-1902 im neugotischen Stil erbaut und am 19.7.1902 geweiht. Architektur und Einrichtung sind ein Hauptwerk des kirchlichen Späthistorismus in Oberösterreich.

Die Kirche ist eines der wichtigsten Werke des Linzer Architekten Matthäus Schlager (1870-1959). Schwanenstadt ist der einzige bedeutende Bau Schlagers in gotischen Formen und steht ganz am Beginn seines Wirkens, wiewohl diese Kirche der letzte größere Bau in diesem Stil in der Diözese Linz ist. Die Ausstattung lieferte Ludwig Linzinger in der Zeit von 1903-1910. Das Mittelalter wird in der Zeit der Entstehung der Kirche als Vorbild gesehen. Das zeigt sich z.B. in den Seitenaltären, die als Flügelaltar konzipiert sind.

Zur Baugeschichte der älteren Kirche in Schwanenstadt gibt es nur Vermutungen, da am 8. Oktober 1814 ein Brand auch den Pfarrhof vernichtete. Dabei verbrannten alle Archivalien. Johann Georg Huber bekam schließlich bei seiner Ernennung zum Pfarrer im Jahr 1895 den Auftrag zum Bau einer Kirche. Grundsteinlegung war am 16. September 1900. Pfarrer Huber setzte dabei seinen Wunsch nach einer im neugotischen Stil gestalteten dreischiffigen Hallenkirche durch. Erhalten blieben die uralten Strebepfeiler der Apsis.

Die alte Kirche wurde mit fortschreitendem Neubau Schritt für Schritt abgerissen. Dabei entdeckte man, dass einzelne Teile schon so baufällig waren, dass eine Katastrophe gedroht hätte. Der ursprünglich nur 47 m hohe Turm (Mauerdicke 2 m!) blieb im unteren Teil erhalten und wurde auf 77,8 m erhöht.

Wie es weiterging, verschweigt die Chronik, da Dechant Huber – schwer erkrankt – seine erst im Jahr 1907 nachgeschriebenen Berichte nicht mehr fertig stellen konnte. Aber es ging weiter, denn Bischof Doppelbauer weihte am 19. Juli 1902 die Kirche mit dem neuen Marienaltar. Nach und nach lieferte Ludwig Linzingers Werkstatt die Inneneinrichtung. Am 22. November 1906 konnte der Hochaltar, 1907 der Dreifaltigkeitsaltar geweiht werden. 1905 war die neue Orgel von Josef Mauracher geliefert worden.

Der „Dom an der Ager“, wie die Stadtpfarrkirche auch bezeichnet wird, steht wohl auch in der Tradition des neugotischen Linzer Doms, der verschiedentlich zu neugotischen Kirchenbauten angeregt hat.    

Quelle: Mathias Zecher / Pfarre Schwanenstadt / Wikipedia

Idee/Konzeption/Produktion: ©mediahouse24.at

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