Künstliche Intelligenz: Der Mensch bleibt das zentrale Element

Künstliche Intelligenz: Der Mensch bleibt das zentrale Element

Wie können assistierende Roboter und Künstliche Intelligenz in allen Bereichen des Lebens sinnvoll zur Unterstützung des Menschen beitragen? Damit beschäftigte sich die Session „AI for Human Support“ beim OÖ Zukunftsforum 2021 am 23. März. Im BIld: KI ermöglicht dem elfjährigen Liam Weingartner aus Oberösterreich ein fast völlig barrierefreies Leben.

Einhelliger Tenor der Referent*innen: KI muss sich dem Menschen anpassen – nicht umgekehrt. Die Veranstaltung fand coronabedingt online statt. Eingeladen hatten der Mechatronik- sowie der Medizintechnik-Cluster der oö. Standortagentur Business Upper Austria, das Land OÖ, die WKOÖ sowie die Industriellenvereinigung. 150 Interessierte verfolgten die spannenden Vorträge.

Dr. Astrid Weiss von der TU Wien eröffnete die Session mit der Frage: Wenn Mensch und intelligente Maschinen zusammenarbeiten sollen: Wie gestalten wir die zukünftige Arbeitswelt? Sie zeigte dazu eindrucksvolle Beispiele aus der industriellen Fertigung oder auch dem Dienstleistungssektor, wobei die Akzeptanz laut letzten Forschungen bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht immer gegeben ist.

 

Soziale Schlüsselreize

„Roboter müssen mit sozialen Schlüsselreizen arbeiten, damit die Interaktion, die Zusammenarbeit mit dem Menschen funktioniert. Denn so funktioniert der Mensch“, erklärte die Wissenschaftlerin. Das sind beispielsweise Blicke, Gesten, der Dialog oder soziale Interaktion. Lange herrschte die Annahme vor, dass der Mensch frei für kreative, schöpferische Arbeit wird, wenn Maschinen automatisierte Arbeitsschritte übernehmen. Die Realität der Praxistests sieht aber anders aus. „Wenn der Mensch nur mehr den Roboter überwacht und instand hält, ist das dann noch eine befriedigende, wertschöpfende Arbeit?“ gab Weiss zu bedenken.

 

KI ist auch nicht objektiv

Humanoide Roboter erzielten in der Konfliktmediation zwar die besseren Lösungen, fKIrer als menschliche Mediatoren verhielten sie sich laut Studienergebnissen aber auch nicht. Ohne, dass es uns bewusst ist, sind bereits viele Anwendungen für automatisierte Entscheidungen im Einsatz: bei Versicherungen für Kleinschäden, beim Vorselektieren von Bewerbern oder bei öffentlichen Einrichtungen. „Die Forschungswelt sieht das als problematisch an, weil die KI-Anwendungen nicht frei von Stereotypen und Diskriminierung sind. Das liegt am Datenmaterial, mit dem die Software gefüttert wird: Dieses kommt von Menschen und die sind nicht vorurteils- oder wertfrei“, erklärte Weiss.

 

Keine Angst vor Jobverlust

Ihr Fazit: Die Menschen, die von KI unterstützt werden sollen, müssen gefragt und in den Entwicklungsprozess von Anfang an eingebunden werden. Weiss sieht eine Gefahr in der Entwertung der menschlichen Tätigkeit. Automatisierung in Form von assistierenden KI- und Robotik-Systemen habe bisher nur in wenigen Bereichen Einzug in die Arbeitswelt gehalten und bei weitem nicht – wie befürchtet – komplette Jobprofile ersetzt.

 

Quelle: Biz-Up / Fotocredit:  © LIFEtoo

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