Trotz Hitze und Trockenheit verursachte der Borkenkäfer im Mühlviertel bisher wenig Schadholz. Foto: stock.adobe.com
Während die Schäden durch die extreme Trockenheit bzw. Hitze allgegenwärtig sind, dürften die heimischen Waldbesitzer den heurigen Sommer in Sachen Borkenkäfer weitgehend unbeschadet überstehen: Bisher gibt es durch den gefürchteten Schädling nur geringe Schadholzmengen.
Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, als die Rahmenbedingungen für den Waldschädling eigentlich ideal waren: ein trockenes Frühjahr und die früh einsetzende Hitze ließen Schlimmes befürchten. Großteils blieb es aber bei der Befürchtung. Die Käferpopulation entwickelte sich nicht wie erwartet und war in vielen Regionen kaum spürbar.
Dass das so ist, lässt selbst Fachleute staunen. Vermutet wird, dass das Ausbleiben der Borkenkäfer mit dem Phänomen der Überpopulation zu tun haben könnte. So eine führe laut Experten zu einem sogenannten Kipppunkt. Dieser trete dann ein, wenn für eine rasant wachsene Borkenkäferpopulation das Nahrungsangebot in Form kranker oder abgestorbener Bäume zu knapp werde. Dann falle die Population in sich zusammen. Vermehrt auftretende Fressfeinde wie Spechte und die entsprechende Witterung würden ein übriges tun, um den Schädlingen den Garaus zu machen.
Im Mühlviertel dürfte dieses Phämomen zu Beginn der 2020er-Jahre eingetreten sein - und sich jetzt spürbar auswirken. Ganz weg ist der Borkenkäfer aber trotzdem nicht: Er wird nach wie vor registriert, ist aber durch die entsprechende Waldhygiene mit dem raschen Entfernen betroffener Bäume aktuell gut beherrschbar. Ob dies auch in Zukunft so bleiben wird oder das Ganze nur eine Verschnaufpause vor einer möglichen nächsten, großen Schadenswelle ist, wissen auch die Fachleute nicht. Fakt ist, dass die Schadholzmengen durch den Borkenkäfer im Vergleich zu früheren Jahren deutlich geringer sind und damit dazu beitragen, dass sich der Holzpreis nach wie vor stabil auf höherem Niveau bewegt.