Unmittelbare Hilfe für die heimischen Bauern: im Bild v.l. bei einer Heulieferung Aufsichtsratsvorsitzender RWA Andreas Lidauer, Maria und Christian Friesenecker aus Neumarkt im Mühlkreis, Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger und Agrarbereichsleiter MR OÖ Roman Braun. Foto: Land OÖ./Margot Haag
Mit einem betriebsübergreifenden Netzwerk wird jetzt in Oberösterreich jenen Bauern geholfen, die von der Trockenheit in den vergangenen Monaten ganz besonders betroffen waren: Für sie wird u.a. Tierfutter für den kommenden Winter organisiert. Dazu greift man den Betrieben bei der Neuanlage des Grünlandes mit hitzeresistenten Gräsern unter die Arme.
Die anhaltende Trockenheit stellt die heimische Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Besonders Grünland- und tierhaltende Betriebe kämpfen mit geringeren Erntemengen und knappen Futterreserven. Oberösterreich reagiert mit einem Bündel an Maßnahmen: Die Politik schafft finanziellen Handlungsspielraum, der Maschinenring organisiert Lösungen vor Ort, Landwirtschaftskammer, Lagerhäuser und RWA bringen ihre fachlichen und logistischen Stärken ein. „Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen jetzt keine Einzelmaßnahmen, sondern Lösungen, die ineinandergreifen. Genau das gelingt in Oberösterreich. Jeder Partner bringt seine Stärke ein“, sagt Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger zu den Hilfsmaßnahmen.
Eine zentrale operative Rolle übernimmt bei diesen der Maschinenring. Durch die Nähe zu rund 19.000 Mitgliedsbetrieben und das dichte Netz in den Regionen ist dieser besonders schlagkräftig und schaffte es, rund 350 Hektar Ackerflächen für die Futterproduktion und mehr als 3.500 Ballen Silomais zu organisieren. „Vermitteln, disponieren, Angebot und Nachfrage zusammenführen – darin liegt eine unserer Stärken. Möglich wird das aber erst durch die große Solidarität innerhalb der Landwirtschaft. Dass Betriebe Flächen und Futter zur Verfügung stellen, ist gelebter Zusammenhalt“, betont Maschinenring-Landesobmann Gerhard Rieß. Diesen Zusammenhalt gibt es auch bei der Beschaffung von Heu: Hier helfen die Raiffeisen Ware Austria und die Lagerhäuser mit ihrem Netzwerk aus und schafften es 1.239 LKW-Züge mit Heuballen nach Oberösterreich zu bringen.
Und auch im Hinblick auf das nächste Jahr macht man sich bereits Gedanken: Von der Hitze geschädigte Grünlandbestände werden bereits jetzt für die nächste Vegetationsperiode vorbereitet. Maschinenring und Landwirtschaftskammer bündeln ihre Erfahrung in der Grünlandbewirtschaftung. "Wer geschädigte Grünlandbestände hat, sollte jetzt handeln und nicht bis zum Frühjahr warten“, appelliert Markus Humer, Grünland-Referent der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, an die Bauern.