Durch eine große Firmenübernahme wird das Altpapier aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung jetzt zumindest teilweise durch einen multinationalen Konzern entsorgt. Foto: stock.adobe.com
Ungeahnte Auswirkungen hat jetzt die Vergabe eines Teiles der Altpapierentsorgung im Bezirk Urfahr-Umgebung an die niederösterreichische Firma Brantner: Nachdem diese die Mehrheit ihres Entsorgungsunternehmens in einen großen Konzern einbringt, ist nun ein internationaler Player für die Entsorgung des Mühlviertler Altpapiers zuständig.
Brantner green solutions war schon bei der Übernahme des Auftrages aus dem Mühlviertel kein "Kleiner": Mit 65 Standorten, 2.500 Mitarbeitern und einem Umsatz von 320 Millionen Euro zählte die Firma zu den "Big Playern" der Entsorgerbranche. Paprec ist nochmal größer: Der französische Konzern, der vor 32 Jahren als Altpapierrecycling-Unternehmen gegründet wurde, möchte durch die Übernahme des niederösterreichischen Unternehmens seine Präsenz in Mittel- und Osteuropas weiter ausbauen. Damit sollen laut Medienberichten rund 26.000 Mitarbeiter in 15 Ländern beschäftigt und mehr als 4,5 Milliarden Euro Jahresumsatz erzielt werden.
Die Vergabe der Altapierentsorgung im Bezirk Urfahr-Umgebung hatte zu Beginn des Jahres 2026 für reichlich Wirbel gesorgt: Die Aufteilung der Region auf drei unterschiedliche Entsorgungsunternehmen - darunter die Firma Brantner - wurde heftig kritisiert. Dies deshalb, da mit der Firma Zellinger aus Walding ein in diesem Bereich höchst kompetenter, regionaler Anbieter mit fragwürdigen Argumenten großteils ausgebootet wurde.
Dafür geriet der dafür zuständige Bezirksabfallverband (BAV) in die Schusslinie politischer Vertreter: Diese prangerten bei der Auftragsvergabe vor allem die fehlende Regionalität und die damit verlorene Wertschöpfung an. Einer der Kritiker, der frühere Landtagsabgeordnete Josef Eidenberger (SP) aus Walding, sieht sich nun in seiner damaligen Kritik bestätigt: "Was soll ich sagen - das Ganze ist einfach unglaublich: Ich habe mit Josef Buchner schon im Winter auf den Abfluss der Wertschöpfung hingewiesen - und jetzt kommt ein Auftrag, für den die regionale Politik verantwortlich zeichnet, tatsächlich einem multinationalen Konzern zugute", sagte er in einem Telefonat mit mühlviertel.news.