Wasser wird als hochwertiges Gut zunehmend knapp - auch im Mühlviertel.

Fotos: T. Kaltenberger

Trockenheit als Herausforderung für Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung

Die Trockenheit im Mühlviertel spitzt sich angesichts der Hitze und fehlender Niederschläge weiter zu: Besonders zu kämpfen hat dieser Tage die Ortschaft Hörleinsödt in der Gemeinde Lichtenau, deren Hochbehälter sich selbst in der Nacht nicht mehr vollständig auffüllt. Auch in einer Gemeinde im Bezirk Perg sind rund 550 Menschen von der Wasserknappheit betroffen und sollen über zusätzliche Quellen versorgt werden.

Aber nicht nur die Trinkwasserversorgung ist vielerorts eine Herausforderung, auch in der Landwirtschaft sucht man angesichts der trockenen Vegetation nach Lösungen. Besonders kritisch entwickle sich hier die Situation für tierhaltende Betriebe. Denn wegen ausbleibender Niederschläge fallen Grünlanderträge geringer aus. Aber auch beim Getreide und beim Mais werden Ertragseinbußen schlagend. „Damit entwickelt sich die Dürre über alle betrieblichen Sparten hinweg zu einer betriebswirtschaftlichen Herausforderung für die landwirtschaftlichen Betriebe in Oberösterreich“, so Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger in einer Aussendung.

Das Gebot der Stunde sei nun die Suche nach Flächen, die kurzfristig eine zusätzliche Futtergewinnung ermöglichen. Auf der Website der Landwirtschaftskammer Oberösterreich finden sich dazu bereits Informationen, welche Begrünungs- und Zwischenfruchtmischungen zur Futternutzung verwendet werden können.

Mess-Stationen zeigen Niedrigwasser

Der Bericht des Hydrologischen Dienstes beim Land Oberösterreich zeichnet zur aktuellen Wasserknappheit ein deutliches Bild: Im Juli wurden knapp 30 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge in Oberösterreich erreicht. Auch über das gesamte Jahr gesehen fehle enorm viel Wasser. Nur wenige Messstellen vor allem im Mühlviertel und im Raum Freistadt liegen zurzeit im durchschnittlichen Bereich, dennoch sei die Lage im Vergleich zu anderen Regionen – etwa dem Innviertel – noch deutlich besser. 

Für zusätzliche Versorgungsschienen spricht sich Umwelt-Landesrat Kaineder aus und ruft Gemeinden und Wasserversorger künftig zum Prüfen ihrer Notfallpläne auf. „Eine sichere Wasserversorgung braucht ein zweites Standbein. Notleitungen, vernetzte Wasserversorger und geschützte Quellen werden immer wichtiger“, so Kaineder.

Die Wasser-Genosschenschaften behalten ihre Hochbehälter - so wie hier in Bad Leonfelden - genau im Auge.