Ein Wolf, der sich ganz nah an bäuerliche Gehöfte heranwagte, sorgte jetzt in Reichenau im Mühlkreis für Aufregung. Symbolfoto: stock.adobe.com
Erneut gibt es eine Abschussfreigabe für einen Wolf im Mühlviertel: Das Tier wurde in den Gemeinden Reichenau/Mkr., Ottenschlag/Mkr. und Bad Leonfelden (Bezirk Urfahr-Umgebung) mehrfach in unmittelbarer Nähe von Bauernhöfen gesichtet und von den Behörden als gefährlich eingestuft.
Das Tier wurde gleich mehrfach in direkter Nähe der Gehöfte gesehen. Dort löste er höchst gemischte Gefühle aus: "Ich war gerade beim Einbringen von Silage, als der Wolf vorbeigelaufen ist. Ich hab mich geschreckt, wie groß er ist", sagte ein betroffener Landwirt im Interview mit dem ORF Oberösterreich. Als der Wolf vor sein Haus lief, wo seine drei kleinen Söhne spielten, habe er sich mit einer Mistgabel "bewaffnet" - der Wolf habe inzwischen aber über eine nahe gelegene Straße das Weite gesucht.
Aufgrund dieser Erfahrungen wurde das Tier am Freitag auf Basis der oö. Wolfsmanagementverordnung als Risikowolf eingestuft. Bis 15. September ist er nun zum Abschuss freigegeben. "Wir müssen handeln, bevor etwas passiert", sagte Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger zur aktuellen Lage - insbesondere, wenn es um die Sicherheit der Menschen vor Ort gehe.
Auch für die Jägerinnen und Jäger im Bezirk Urfahr-Umgebung steht das Thema Sicherheit an oberster Stelle: "Mich erreichen im Moment viele besorgte Anrufe, den Menschen ist angesichts der Lage nicht wohl. Der behördliche Entnahmeauftrag ist mittlerweile bei uns eingelangt", so Bezirksjägermeister Josef Rathgeb im Gespräch mit mühlviertel.news. Alle zwölf Jagdreviere seien informiert und entsprechend wachsam, so Rathgeb. Der gesichtete Wolf sei rund eineinhalb Jahre alt und habe wahrscheinlich sein angestammtes Rudel verlassen.
Auch in Peilstein im Bezirk Rohrbach hatte zuletzt ein Wolf für Aufregung gesorgt: Das Tier hatte sich mehrfach Siedlungen und Gehöften genähert und musste vergrämt werden. Die Abschussfreigabe gilt noch bis zum 29. August – bisher wurde das Tier noch nicht erlegt.