mühlviertel.kommentar

Teresa Kaltenberger

Eine Stromleitung als (zu) heißes Eisen

 

Kurz vor der politischen Sommerpause gab es aus Mühlviertler Sicht eine schlechte, wenn auch erwartbare Nachricht: Wie auf muehlviertel.news bereits berichtet, dürfte sich der Bau der viel diskutierten 110-kv-Leitung weiter verzögern. Aufgrund fehlender Genehmigungen und möglicher Einsprüche ist mit einem Baubeginn nicht vor dem Jahr 2027 zu rechnen.

Und auch dieses Datum darf bezweifelt werden, stehen doch zeitgleich Landtags- und Gemeinderatswahlen ins Haus. Kein wahlkämpfender Politiker wird es sich antun, in einer solch kritischen Phase eine umstrittene Entscheidung zu treffen. Nicht wenige Politik-Beobachter rechnen deshalb damit, dass sich die 110-kv-Leitung zu einem „heißen Eisen“ im Wahlkampf entwickelt: Die Frage, ob die Leitung über oder unter der Erde verläuft, birgt eine beachtliche Menge an Empörungs- und Mobilisierungs-Potenzial.

Sollte es tatsächlich soweit kommen, muss sich die Landespolitik wohl einiges an Kritik gefallen lassen: Schon jetzt ist die gesamte Debatte ein unwürdiges Schauspiel, das einen konkreten Entscheidungswillen schmerzlich vermissen lässt. Die Auswirkung an den Wahlurnen ist offen. Als Verlierer steht hingegen die heimische Wirtschaft bereits fest: Sie braucht ein leistungsfähiges Netz, um nachhaltig investieren zu können.

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