mühlviertel.kommentar

Teresa Kaltenberger

Langsam wochs ma z´samm

Die Nachricht, dass zwischen Bad Leonfelden und Krumau in Tschechien ab sofort eine öffentliche Busverbindung existiert, hat für ordentlich Furore gesorgt: Das mediale Echo auf beiden Seiten der Grenze war ebenso außergewöhnlich wie die Aufmerksamkeit, die das Thema in den sozialen Medien bekommen hat.

Die neue Verbindung trifft offenkundig einen Nerv – führt sie doch nicht nur über eine Staatsgrenze, sondern auch über ein Stück Geschichte. Dort, wo einst mit dem „Eisernen Vorhang“ die Welt zu Ende war, verbindet 37 Jahre später ein öffentlicher Bus die beiden Länder: Ein absoluter Meilenstein in einer Entwicklung, die längst so richtig Fahrt aufgenommen hat.

Kinder lernen in der Schule Tschechisch, Wanderwege wie der Wilheringer Pilgerweg oder der neue „DenkWeg“ in Guglwald verbinden die Länder, Gemeinden schließen Partnerschaften, die FH Hagenberg und die Uni Budweis arbeiten gemeinsam an Forschungsprojekten, im Fußball-Unterhaus sind tschechische Spieler und Trainer längst fix gesetzt – all das sind Verbindungen, die täglich gelebt werden.

Gemeinsam zeichnen sie das Bild einer Region, die langsam wieder zusammenfindet. Oder, um es mit den Worten des legendären Wolfgang Ambros zu sagen: „Und langsam wochs ma z’samm.“