Es ist unübersehbar: Vor dem Hintergrund der im kommenden Jahr anstehenden Landtags- und Gemeinderatswahlen rücken Politiker aller Couleurs aus, um ihre Erfolge in der ablaufenden Periode ins richtige Licht zu setzen. Dabei zählt Bescheidenheit nicht unbedingt zu den herausragenden Tugenden: Bei den Lobpreisungen wird ordentlich aufgetragen – und mit den tatsächlichen Fakten mitunter nicht sehr exakt umgegangen.
Dies gilt ganz besonders für den Bereich der Wirtschaft, wo gerne die angeblich von der Politik geschaffenen Jobs in den Mittelpunkt gerückt werden. Ohne viel Aufhebens schmückt man sich da mit Federn, die bei genauerem Hinsehen definitiv jemanden anderen gehören: Sind diese doch in den meisten Fällen das Ergebnis unternehmerischer Engagements, die sich dank Einsatz, Fleiß und Risiko in neuen Arbeitsplätzen niederschlagen.
So sehr Unternehmer auf die Würdigung dieser Tatsache in Sonntagsreden verzichten können, so wenig steht es der Politik zu, diese Erfolge für sich zu beanspruchen. Die Anmaßung, die hier zur Schau getragen wird, ist moralisch mehr als fragwürdig und wohl auch dazu angetan, die Entscheidung an der Wahlurne nicht unbedingt zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen.