mühlviertel.kommentar

Teresa Kaltenberger

Überdruss vom Überfluss

Rückblick – Aschermittwoch 2026: Zu Beginn der Fastenzeit startet die Landjugend Oberösterreich einen Aufruf zum Social Media-Verzicht und berichtet kurze Zeit später über den großen Anklang der Aktion. Parallel dazu nehmen tausende Schülerinnen und Schüler an einem vom ORF organisierten Experiment teil, bei dem sie völlig auf ihr Smartphone verzichten.

Aus Sicht eines Regionalmediums sind diese Aktionen doppelt spannend: Einerseits sind sie ein Signal dafür, dass der Markt ständig in Bewegung ist. Mediennutzung verändert sich, und selbst scheinbar in Stein gemeißelte Tatsachen sind nicht unverrückbar. Nach einer Dekade der Social Media-Euphorie nimmt die gesellschaftliche Diskussion über die Auswirkungen der digitalen Endlos-Schleife gerade erst Fahrt auf.

Andererseits ist dieser Umstand auch für den Medien- und Werbemarkt von großem Interesse: Social Media gibt seit geraumer Zeit den Takt vor. Aber auch hier sprechen Marketing-Profis von einer Übersättigung des Marktes mit Inhalten, die zu perfekt, zu viel, zu austauschbar sind – nicht umsonst gehören Schlagwörter wie „handmade“ oder „real“ zu den großen Werbe-Trends des Jahres 2026. Handgemacht und echt: Zwei Versprechen, die regionale Medien längst tief in ihrer DNA verankert haben.

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